Frauenberatung ist immer eine Chance – egal worum es geht!

Presseaussendung zum 8. März 2020, Internationaler Frauentag

Frauen und Mädchen haben hierzulande zwar dieselben Rechte, bei der tatsächlichen Gleichstellung gibt es aber noch viel Luft nach oben! Wir zeigen Benachteiligungen auf und unterstützen Frauen und Mädchen, damit sie ihre Rechte kennen und ihre Stärken besser einsetzen können.


Davon sind die 60 Einrichtungen, die im Netzwerk österreichischer Frauen- und Mädchenberatungsstellen organisiert sind, überzeugt. Seit 1995 beraten sie jährlich weit über 100.000 Frauen und Mädchen in ganz Österreich: unbürokratisch und kostenlos.

Anlässlich des 8. März, des Internationalen Tages für die Rechte von Frauen, ist es wieder einmal Zeit zu sagen: Frauen und Mädchen haben hierzulande zwar dieselben Rechte, bei der tatsächlichen Gleichstellung gibt es aber noch viel Luft nach oben. „Das können wir natürlich nicht von heut auf morgen richten, das ist ein langfristiger Prozess und da ist auch die Politik ganz stark gefragt. Was wir aber tun können, ist, Frauen und Mädchen dabei zu unterstützen, ihre Rechte zu kennen und ihre Stärken umzusetzen“ sagt Hannah Steiner, eine der Koordinatorinnen des Netzwerks. „Wir helfen auch dabei, Benachteiligungen aufzuzeigen und Handlungsspielräume zu erweitern. Oft geht es darum, Hindernisse, zum Beispiel auf dem Weg in die Berufswelt, zu erkennen und dafür schrittweise Lösungen zu finden.“

Ein Beispiel: Sarah M . kommt mit der Jobsuche nicht recht weiter, überlegt dazwischen immer wieder, ob sie vielleicht doch studieren sollte, weiß aber auch nicht genau, was. In dem Gespräch mit der Beraterin stellt sich heraus, dass die junge Frau nach der Trennung ihrer Eltern sehr viel Verantwortung für ihre jüngeren Geschwister übernommen hat. Sie hilft ihnen bei den Hausaufgaben und kocht auch oft für sie. Da bleibt für Sarah wenig Energie, sich um ihr eigenes berufliches Fortkommen zu kümmern. In der Mädchenberatungsstelle kann Sarah einerseits gemeinsam mit der Beraterin nach Lösungsmöglichkeiten für die belastende Situation zu Hause suchen, andererseits auch in Workshops ihre beruflichen Interessen austesten.

Ein anderes Beispiel: Martha S. hat viele Jahre im Ausland gelebt und gearbeitet. Nun kommt sie zurück nach Österreich. Sie muss hier beruflich wieder Fuß fassen und zudem für ihre pflegebedürftige Mutter sorgen. In der Frauenberatungsstelle lässt sie sich beraten, welche Möglichkeiten es gibt, in ihrem alten Job zu arbeiten oder sich umschulen zu lassen, wo es Unterstützung in der Pflege gibt und wie es gelingen kann, alle Aufgaben unter einen Hut zu bekommen.

Auch Gewalt ist nach wie vor ein häufiges Thema, wenn Frauen und Mädchen in die Beratungsstellen kommen. Nicht immer ist sie dabei als solche sofort erkennbar. Oft ‚versteckt‘ sie sich hinter anderen Problemlagen. Das kann eine missglückte Lehrstellensuche sein oder wenn Frauen mit Gesundheitsproblemen kommen oder wenn eine Delogierung droht: Im Hintergrund steht häufig eine Gewaltgeschichte. „Hier sind wir genau die Richtigen, da können wir gemeinsam mit den Frauen die verschiedenen Formen von Gewalt oder eine mögliche Bedrohung erkennen und im besten Fall verhindern“, erklärt Lisa Udl, eine der Vereinsvorsitzenden des Netzwerks.

Die 60 Frauen- und Mädchenberatungsstellen sind für alle Frauen und Mädchen da– egal worum es geht: Beratung ist immer eine Chance! (www.netzwerk-frauenberatung.at)

Rückfragen: Hannah Steiner, netzwerk@netzwerk-frauenberatung.at, Tel. 01-595 37 60 www.netzwerk-frauenberatung.at und Facebook
5.3.2020

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