Häusliche Gewalt in Zeiten von Corona

Presseaussendung vom 20.03.2020

Gewaltschutz: Frauen- und Mädchenberatungsstellen sind selbstverständlich auch in dieser Krise erreichbar – kostenlos, individuell und vertraulich!

Bei der gestrigen Presskonferenz der Frauen- und Justizministerinnen zum Thema Häusliche Gewalt wurden umfassende Maßnahmen zum Schutz von Frauen in Zeiten der Corona Krise betont. Die österreichischen Frauen- und Mädchenberatungsstellen begrüßen ausdrücklich die Initiative der öffentlichen Hand und auch die Aufstockung der wichtigen Frauenhelpline. Gleichzeitig betonen sie auch ihre eigene wichtige Rolle beim Gewaltschutz und die dringende Notwendigkeit einer Erhöhung ihrer finanziellen Mittel.

Die Frauen- und Mädchenberatungsstellen spielen beim Gewaltschutz eine ganz spezielle Rolle. Durch ihren niederschwelligen Zugang können sie Gewalt früh erkennen und vor allem auch dann, wenn sie sich hinter anderen Problemen versteckt. Auch in Krisenzeiten, wie wir sie derzeit angesichts der Corona Pandemie erleben, sind sie wichtige Anlaufstellen für Frauen und Mädchen.

„Leider steht zu befürchten, dass durch die belastende Situation, die Bewegungseinschränkung, die Existenzangst, die Unsicherheit – auch das Risiko steigt, dass Frauen und Kinder verstärkt von Gewalt im familiären Bereich betroffen sind“, sagt Sonja Mille von der Frauenberatung Mostviertel.

„Ob Prävention, akute Hilfe oder Nachbetreuung – wir unterstützen Frauen und Mädchen in allen Phasen“, erklärt Hannah Steiner, Koordinatorin des Netzwerks österreichischer Frauen- und Mädchenberatungsstellen. “Sozialarbeiterinnen, Beraterinnen, Juristinnen, Psychologinnen und Psychotherapeutinnen begleiten Sie während der Coronakrise und natürlich auch danach in schwierigen Lebenssituationen. Das können psychische Probleme sein, existenzielle Ängste, familienrechtliche Fragen, berufliche Fragen, Probleme in der Partnerschaft oder mit den Kindern, genauso wie häusliche oder sexualisierte Gewalt.“

Das Netzwerk ist ein Dachverband, dem aktuell 60 Beratungsstellen aus ganz Österreich angehören. Gerade angesichts der derzeitigen Ausnahmesituation und des zu erwartenden erhöhten Bedarfs von Beratung und Unterstützung von Frauen und Kindern fordern auch die Frauen- und Mädchenberatungsstellen dringend eine Erhöhung des Budgets, analog zur bereits erfolgten Aufstockung des Budgets der Frauenhelpline.

 

Rückfragen: Hannah Steiner, netzwerk@netzwerk-frauenberatung.at, Tel. 01-595 37 60 www.netzwerk-frauenberatung.at und Facebook

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