Unbezahlte Arbeit

Was ist unbezahlte Arbeit?
Erwerbsarbeit und Hausarbeit als "Siamesische Zwillinge"
Chancengleichheit beginnt im eigenen Haushalt
Wie verteilt sich die unbezahlte Arbeit?
(Nicht erst) im Alter arm: Gehälter und Pensionen
In Krisenzeiten zahlen Frauen drauf


Was ist unbezahlte Arbeit?

Unbezahlte Arbeit beinhaltet zum einen ehrenamtliche Tätigkeiten bei Feuerwehr, Rettung oder in Sportvereinen. Großteils geht es jedoch um Arbeit, die zu Hause verrichtet wird: Waschen, Putzen, Kochen, Bügeln, die Sorge für Kinder und Erwachsene. Aber auch die Planung eines reibungslosen (Familien)Alltags gehört dazu. Geburtstage und Ausflüge organisieren, die Katze zur Tierärztin oder zum Tierarzt bringen, das alles ist Arbeit.

Erwerbsarbeit und Hausarbeit als „Siamesische Zwillinge“

Unbezahlte Arbeit ist ein wichtiger Teil der insgesamt geleisteten Arbeit. Hausarbeit und Erwerbsarbeit sind voneinander abhängig: Durch Hausarbeit ist die Versorgung und Erholung der Erwerbstätigen möglich. Umgekehrt ist Hausarbeit auf die Erwerbsarbeit angewiesen, auf Geld für Wohnen, Essen und Kleidung. Die Politikwissenschafterin Claudia von Werlhof sagt: "Hausarbeit und Erwerbsarbeit sind wie siamesische Zwillinge", untrennbar miteinander verbunden.

Chancengleichheit beginnt im eigenen Haushalt

Die Gleichstellung von Männern und Frauen wird oft nur auf den Arbeitsmarkt bezogen. Sie muss jedoch in beiden Bereichen vorangetrieben werden. Erst wenn Frauen und Männer in gleichem Maß für die Hausarbeit verantwortlich sind, haben Frauen die Möglichkeit, im Beruf weiter zu kommen.

Wie verteilt sich die unbezahlte Arbeit?

Bezahlte und unbezahlte Arbeit ist derzeit sehr ungleich zwischen Frauen und Männern aufgeteilt. Frauen leisten zwei Drittel ihrer gesamten Arbeit unbezahlt. Das heißt: Sie werden nur für ein Drittel ihrer Arbeit entlohnt. Bei Männern ist es umgekehrt: Sie werden für den Großteil ihrer Arbeit bezahlt. Nur ein Fünftel der Arbeit, die Männer leisten, ist unbezahlt.

Unbezahlte Arbeit macht (nicht erst) im Alter arm: Gehälter und Pensionen

Die ungleiche Verteilung von Arbeit wirkt sich auf das Einkommen aus. Frauen verdienen um ein Viertel weniger als Männer. Einer der Gründe dafür: Frauen tragen noch immer die Hauptverantwortung für Haushalt und Familienarbeit. Dadurch haben sie weniger Zeit für die bezahlte Erwerbsarbeit. Im Ruhestand werden sie dann noch einmal abgestraft: Aufgrund der geringeren Beiträge (des geringeren Verdienstes) erhalten sie weniger Pension bzw. Rente. Die durchschnittliche Frauenpension beträgt nur etwa 60% der durchschnittlichen Männerpension. Unbezahlte Arbeit macht Frauen also auch im Alter arm.

In Krisenzeiten zahlen Frauen drauf

In wirtschaftlichen Krisenzeiten geht die Schere noch weiter auf. Muss der Staat sparen, so tut er dies leider oft bei den Sozialleistungen. Weniger Betreuungsplätze für Kinder und ältere Menschen, kürzere Spitalsaufenthalte, Einschränkung von Pflegeplätzen: Das geht zu Lasten von Frauen; denn diese Tätigkeiten werden überwiegend in private Haushalte verschoben und von Frauen aufgefangen.