Berufsorientierung

Beratungsangebote
Berufswahl
Einkommen
Erweiterung des Berufswahlspektrums
Rollenverteilung: Früh übt sich
Geschlechtssensible Berufsorientierung
Top-ten Lehrberufe
Traditionelle Berufsorientierung


 

Wie erfolgt die Berufswahl?

Mehrere Faktoren bestimmen die Wahl des Berufs. Da ist natürlich das Interesse und die Begabung, die in eine bestimmte Richtung weisen. Häufig sind es jedoch geschlechtsspezifische Erwartungen, die den Ausschlag geben. Bestimmte Berufe werden eher Mädchen und Frauen zugeordnet, andere eher Burschen und Männern. Auch sogenannte Role Models, also Vorbilder, spielen eine Rolle. Besonders für Burschen ist der Beruf des Vaters oft ausschlaggebend für die eigene Berufswahl. Mädchen treffen ihre Wahl hingegen häufig nach dem Kriterium der Familienfreundlichkeit.

Rollenverteilung. Früh übt sich: Mädchen oder Bub?

Es macht in unserer Gesellschaft einen Unterschied, ob wir als Mädchen oder als Bub aufwachsen. Schon sehr früh werden unsere Interessen unterschiedlich gelenkt und gefördert. Bereits das Spielzeug weist auf spätere Berufsrollen hin. Scheinbar lückenlos ist der Weg von der Puppe zur Krankenschwester, vom Matchboxauto zum Mechaniker. So lückenlos, dass uns diese Berufswahl natürlich vorkommt. Das ist sie jedoch keineswegs.

Top-ten Lehrberufe: Unterschiede bei Frauen und Männern

Frauen und Mädchen schränken sich in ihrer Berufswahl nach wie vor sehr ein. Rund die Hälfte der Mädchen wählt aus drei Lehrberufen: Friseurin, Verkäuferin, Sekretärin. Mit ein Grund dafür ist, dass diese Berufe als besonders „familienfreundlich“ gelten, da sie ja typische Frauenberufe sind. Dabei ist oft genau das Gegenteil der Fall: Als Verkäuferin oder Friseurin ist besonders hohe zeitliche Flexibilität und viel Wochenendarbeit gefordert. 50% der Frauen wählen jedoch auch aus anderen Berufsfeldern. Bei Männern ist die Streuung breiter, Favoriten gibt es jedoch auch hier: Kraftfahrzeugtechnik, Installationstechnik, Elektrotechnik. Hier finden Sie eine Liste der top-ten Lehrberufe von Frauen und Männern.

http://www.arbeitsmarktprofile.at/2011/PDF/Oesterreich_2011.pdf

Traditionelle Berufsorientierung

Dabei werden Jungs vor allem in Richtung der „typisch männlichen“ Berufsfelder orientiert. Dazu zählen zum Beispiel Mechaniker, Tischler und alle technischen Berufe. Für Mädchen bleiben die typischen Frauenbranchen: Verkauf, Pflege, persönliche Dienstleistungen. Die Berufsorientierung erfolgt (oft unbewusst) stärker entlang der Achse „Geschlecht“ und weniger nach den tatsächlichen Fähigkeiten. Die typischen Geschlechtszuschreibungen – was ist ein Mann und was ist eine Frau – werden dabei verfestigt.

Was ist geschlechtssensible Berufsorientierung?

Im Zentrum stehen hier die Begabungen und Interessen, unabhängig vom Geschlecht. Weil Mädchen und Buben aber schon früh in bestimmte Rollen gezwängt werden, brauchen sie spezielle Angebote. Nur so können sie auf neue Ideen kommen und untypische Wege einschlagen. In Workshops oder Schnupperpraktika können Mädchen sich in technischen Feldern erproben. Aber auch Burschen brauchen Unterstützung, wenn sie einen nicht-traditionellen Weg wählen, zum Beispiel als Kindergärtner oder Krankenpfleger.

Erweiterung des Berufswahlspektrums

Männer und Frauen sollen aus der ganzen Palette möglicher Berufe wählen können. Um das zu erreichen, ist es wichtig, bereits bei der Berufswahl das Spektrum zu erweitern: Die Zuschreibung von bestimmten Berufen zu Frauen und Männern führt dazu, dass der gesamte Arbeitsmarkt geteilt ist. Wir sprechen in diesem Zusammenhang auch von der Segregation des Arbeitsmarktes. Um dem entgegen zu wirken, gibt es spezielle Programme für Mädchen in Handwerk und Technik: zum Beispiel Workshops oder Schnupperpraktika. Nähere Informationen dazu:

Mädchenberatungsstellen des Netzwerks

Das Einkommen hat ein Geschlecht

„Gleicher Lohn für gleiche Arbeit“ – so steht es im Gesetz. In der Praxis ist es jedoch oft schwierig zu vergleichen. Welche Arbeiten gleich oder gleichwertig sind, ist nur ungenügend definiert. Deshalb kann es so sein, dass bereits in der Lehre die Entlohnung unterschiedlich ist. Typisch männliche Berufe schneiden dabei deutlich besser ab. So verdiente 2010 ein Kraftfahrzeugmechaniker im 2. Lehrjahr 641 Euro, eine Sportartikelverkäuferin jedoch nur 554 Euro. Das bedeutet eine Differenz von 87 Euro im Monat und im Jahr immerhin einen Unterschied von rund 1200 Euro.

Beratungsangebote

Ob Lehrstelle oder Studium, Umschulung oder Neuorientierung: Die Beratungsstellen des Netzwerks (link zu: Menü/Beratungsstellen) bieten Hilfe bei der Suche des geeigneten Berufs. Besonders für Mädchen und junge Frauen ist dies oft die erste Auseinandersetzung mit der Berufswelt. So stellt beispielsweise das Sprungbrett für Mädchen fest: Berufsorientierung

 „... ist das Fachwort, das die Zeit im Leben eines Mädchens beschreibt, in der sie sich umschaut und herumsucht und überlegt, wie sie ihr Leben gestalten will, was sie später einmal arbeiten will“.

Das Sprungbrett für Mädchen bietet auch ein Portal mit vielen Informationen zu Jobs und Lehrstellen.

http://www.sprungbrett.or.at/links-2/job--und-lehrstellensuche.shtml